Sechs Fragen aus der Konzept-Sprechstunde und meine Antworten dazu
- Franziska Blickle

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Alle zwei Monate biete ich eine kostenfreie Konzept-Sprechstunde an. Es ist die Gelegenheit, mich zu erleben, mein Wissen anzuzapfen, eine Frage zu stellen, eine Blockade zu überwinden, ohne dass es gleich eine intensivere 1:1-Begleitung braucht. Ich liebe diese Termine und es gefällt mir so sehr, meine Community wirklich kennenzulernen. Ich habe in den letzten drei Terminen mal die Fragen gesammelt, um einen Eindruck zu geben, wie groß die Bandbreite ist. Und natürlich auch, um die Tipps und Tricks für mehr Menschen zugänglich zu machen.

Ein kleiner Überblick über die Fragen der letzten Termine kommt hier:
"Wie mache ich aus meinem 1-zu-1-Angebot ein Gruppenformat?"
Antje behandelt seit über 30 Jahren Allergien und Unverträglichkeiten mit Kinesiologie, bisher immer 1-zu-1. Die Frage: Wie wird das räumlich und zeitlich unabhängiger?
Mein Tipp: Individuelle Beratung und Gruppenformat sind zwei verschiedene Dinge, und das ist okay. Schau dir an, welche Themen du eigentlich jeder Kundin sowieso erklärst. Genau die gehören in einen Vortrag oder Workshop, die Basics einmal für alle. Die wirklich individuelle Arbeit bleibt 1-zu-1. Du musst nicht alles in ein Format pressen.
"Wie mache ich aus einem Kennenlern-Termin trotzdem was Wertvolles?"
Jana ist Innenarchitektin und Illustratorin und wollte einen lockeren Canva-Workshop, der eigentlich ein Meet-and-Greet ist, aber trotzdem Wissen vermittelt.
Mein Tipp: Die Atmosphäre fängt schon in der Einladung an, Spaßgetränk, Snacks, eine Playlist-Empfehlung, das schafft mehr Bindung als jeder Inhalt. Und nimm einen konkreten Aufhänger statt "Canva-Grundlagen", zum Beispiel einen Aufräum-Workshop oder eine Adventskalender-Session, bei der alle direkt ihre Bildformate für Social Media vorbereiten. Und plan gleich mehrere Termine ein, auch wenn der erste nicht voll wird.
"Wie skaliere ich ein Programm, das bisher komplett individuell war?"
Annika ist Familienberaterin und wollte ihr 1-zu-1-Programm für Schulkinder in ein Gruppenprogramm umwandeln. Problem: individuelle Starts, individuelle Preise, individuelle Fächerkombinationen.
Mein Tipp: Professionelle Entscheidungen über Start, Dauer und Format gehören zu deiner Dienstleistung. Du musst nicht alles verhandelbar machen. Feste Zeitkontingente statt Einzelabrechnung, so wie beim Kinderschnitzel: Paketpreis, unabhängig davon, ob am Ende alles aufgegessen wird. Klarheit entlastet auch die Eltern.
"Wie sortiere ich 15 Jahre Erfahrung für eine Ausbildung?"
Romy ist Theaterpädagogin und Embodiment Coach und wollte ihr komplettes Wissen in zwei Ausbildungen packen.
Mein Tipp: Ein 174-Gänge-Menü überfordert, ein 7-Gänge-Menü begeistert. Nicht alles, was du weißt, muss in die Ausbildung. Das ist eine schmerzhafte Auswahl, aber notwendig. Finde die zentralen Knotenpunkte in deinem Wissensnetzwerk und bau darauf auf. Alles andere kann später als Add-on kommen.
"Wie viele Methoden sind zu viel?"
Andrea hat viele Methoden zur Verfügung und war unsicher, wie viel Abwechslung gut ist.
Mein Tipp: Es gibt keine Faustformel. Zwei Leitfragen helfen mehr als jede Zahl: Was ist nützlich, was ist stimmig? Methoden nicht aus Ego-Gründen einsetzen, sondern weil sie dem Lernziel dienen. Willst du Vernetzung, mehr Gruppenwechsel. Willst du Beruhigung, mehr Stabilität und weniger Wechsel?
"Wie plane ich drei Workshops in unterschiedlicher Länge, ohne dreimal die volle Konzeptarbeit zu machen?"
Diese Frage kam heute: drei Live-Workshops, 45 Minuten bis 2 Stunden, und die Konzeptionsarbeit soll nur einmal in voller Intensität passieren.
Mein Tipp: Bau das Konzept für das kürzeste Format. Ausweiten fällt mir persönlich viel leichter als kürzen. Eine zusätzliche Übung, ein längerer Check-in oder Check-out, eine Selbstreflexionsaufgabe, das lässt sich easy ergänzen. Bei 45 Minuten reicht es, ein Wissensziel, ein emotionales Ziel und ein Ergebnisziel zu haben, also etwas, das die Gruppe wirklich erledigt oder entschieden hat, und dafür mehr Zeit für den Austausch in Paaren oder Triaden einzuplanen. Für die 2-Stunden-Version dann zwei Wissenshappen, jeweils mit eigener Übung, und bei persönlichen Themen unbedingt mehr Zeit für Check-in, Connect und das Abfragen der Problemstellung. Insgesamt weniger Tempo.
Und weil in den Sprechstunden noch viel mehr passiert, hier noch ein paar Fragen, die auch dabei waren:
Barrierefreie digitale Whiteboards für Workshops mit Menschen mit Behinderung
API-Schnittstellen für Mural-Lizenzen, um externe Systeme anzubinden
Bewerbungsstrategien für Trainingsformate bei Fachhochschulen und Sozialarbeiter:innen
Struktur für eine Change-Management-Schulung bei einer CRM-Einführung
Der erste Test-Workshop für eine Online-Seifensiederei















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