• Franziska Blickle

Der Trainingstag, mein "Moment of Truth" - Arbeitsbeispiel (3)

Das beste kommt zum Schluss: It's training day!

Das unzensierte Arbeitsbeispiel eines etwas komplexeren und darum besonders interessanten Falls.

  • Der Trainerleitfaden steht, aber was fehlt noch?

  • Welche finalen Handgriffe erledige ich kurz vor oder am Trainingstag?

  • Bin ich davor nervös?

  • Wie läuft das Training ab und was kommt danach noch?

Diese und hoffentlich ein paar weitere Fragen beantworte ich in diesem dritten Teil einer kleinen Serie.


In einem konkreten und realen Arbeitsbeispiel beschreibe ich euch mein Vorgehen von der Anfrage bis zur Trainings-Evaluation in drei Teilen:

Wann lege ich die letzten Details fest?


Spätestens ein paar Tage vor dem Training nehme ich den Trainerleitfaden wieder zur Hand, denn zwei Schritte sind noch wichtig:

Einmal rechne ich alle Zeiten genau durch, die ich in der Erarbeitung nur geschätzt habe:

  • Ich achte darauf, dass wir genug Raum für Pause habe.

  • Ich überlege mir welche Dinge ich im Notfall verkürzen oder umgestalten kann, wenn mir der Zeitplan aus dem Ruder läuft.

  • Und ich überlege mir, welche Übung ich vielleicht sogar etwas ausdehnen kann, wenn wir an anderer Stelle weniger Zeit benötigt haben, als geplant.


Der zweite Schritt ist anhand des Trainerleitfadens eine ToDo- und Pack-Liste zu erstellen:

  • Welche Präsentations-Slides brauche ich noch?

  • Welches Flipchart muss noch entworfen werden?

  • Welches Material muss unbedingt in die Tasche wandern?

  • Welchen Bereich auf einem MURAL Board muss ich gestalten und final nutzbar machen? (vor allem für virtuelle Trainings)



Wann bin ich mit den Vorbereitungen endgültig fertig?


Ich wünschte ich könnte sagen, dass ich immer lange vorher mit den Vorbereitungen fertig bin, aber das wäre gelogen. Konzept und Trainerleitfaden sind immer mit ausreichend Puffer fertig, aber die letzten Kärtchen schreibe ich oft am Abend vorher.

Früher hat mich das geärgert und ich habe mich selbst für meine schlechte Organisation geschimpft. Heute weiß ich, dass diese finalen Handgriffe für mich die beste Vorbereitung sind. So bin ich wieder voll im Thema, habe alles präsent und die nötige Spannung um im Training vollkommen präsent zu sein.


In diesem Fall hatten wir für alle drei Führungsebenen jeweils drei Termine, also insgesamt neun Trainingstage. Sie waren zeitlich so gelegt, dass ich oft aus der einen Session etwas für eine andere mitnehmen konnte: Eine zusätzliche Idee, einen Wunsch, eine Neu-Formulierung des Lernziels. Darum habe ich vor jedem Training auch nochmal Kleinigkeiten verändert.


Was habe ich im Gepäck?


Für die Trainingsreihe in diesem Arbeitsbeispiel war ich für beinahe alle Termine in Köln.

Das bedeutet Trainingstasche packen und ein paar Dinge dürfen auf keinen Fall fehlen:

  • Stifte (aufgefüllt) und Moderationskarten (am liebsten selbstklebend)

  • mein TimeTimer (eine Art Küchenuhr für Moderator:innen)

  • vorbereitete Karten (Für manche Themen hab ich schon ein fertiges Set)

  • Kaugummi (!)

  • Kugelschreiber für die Teilnehmer:innen (erstaunlich wie oft sie nicht selbst was zum Schreiben dabei haben)

  • Namensaufkleber

  • ausgedruckter Trainerleitfaden (inzwischen habe ich ihn häufig papierlos auf dem Tablet dabei)

  • Teilnehmerliste (ausgedruckt, wenn die Teilnehmer:innen unterschreiben müssen)

  • Bluetooth-Box (für die Pausenmusik)

  • Adapter für den Beamer (!)

  • Popcorn-Eimer (vor Corona war auch frisches Popcorn drin, aber das pausiert gerade)

  • Zitronengras-Duftöl und Duftstein (wirkt wunder für die Konzentration)


Wie plane ich die Anreise und die Nacht davor?


Zu allen Trainings Außerhalb von Berlin reise ich in der Regel am Vorabend an. Ich fahre mit der Bahn, immer. Ich besitze kein Auto und Flüge finde ich innerhalb von Deutschland nicht sinnvoll. Die Zeit, die ich möglicherweise spare, ist mir den Aufwand und die Hektik nicht wert. Ich bin lieber eine Stunde länger unterwegs und kann in der Zeit arbeiten, entspannen oder einen Film schauen.


Meist gehe ich mein komplettes Konzept entweder auf der Zugfahrt oder spätestens Abends im Hotel noch einmal durch.


In Köln habe ich mittlerweile eine Stamm-Unterkunft, die Wohngemeinschaft, wo ich mich sehr wohl fühle.


Wie sieht mein Morgen vor dem Training aus?


Ich stehe früh auf, ziehe mich an und frühstücke meist nur einen Kaffee. Ich checke aus und mache mich auf den Weg zum Trainingsort.

Wenn ich mich in einer Stadt noch nicht so auskenne oder schwer schleppen muss mit meiner Tasche, gönne ich mir hier oft eine Taxifahrt, damit ich entspannt und pünktlich ankomme statt abgehetzt und verschwitzt.


Was passiert im Trainingsraum bevor es losgeht?


Ich bin in der Regel eine Stunde vor Trainingsstart im Raum und arbeite dann meine kleine Checkliste ab:

  • Ich überprüfe ob die Sitzordnung und das sonstige Setting passen. Falls nicht rücke ich gern nochmal Möbel zurecht, bis es so ist, wie ich es haben will.

  • Ich packe mein Material aus und lege es zurecht.

  • Ich hänge meine Flipcharts und Moderationskarten auf.

  • Ich versorge mich selbst mit Getränken.

  • Ich schließe mein Notebook an den Beamer an, wenn ich damit präsentieren möchte.

  • Ich bereite manchmal noch 2-3 zusätzliche Flipcharts vor (z.B. die Agenda)

  • Ich lüfte und bringe falls nötig meinen Duftstein in Position.

  • Ich schließe meine Bluetooth-Box an und spiele leise, gut gelaunte Musik während alle eintrudeln.

  • Ich nehme mir nochmal eine Minute zum Atmen, Ankommen und meine Energie sammeln (besonders, wenn ich nervös bin und bei einer komplett fremden Gruppe bin ich meist etwas nervös).


Ein paar Trainingsimpressionen:



Und was passiert nach dem Training?


Wenn der Check Out abgeschlossen ist, fange ich an den Raum aufzuräumen. Die Teilnehmer:innen verabschieden sich nach und nach, manche wollen noch eine Frage stellen oder ein Dankeschön loswerden (was mich natürlich mega freut! Also wenn du mal happy warst mit einem Workshop, unbedingt sagen!)


Wenn ich nicht in Berlin trainiere und wie bei diesem Fallbeispiel in Köln bin, habe ich es immer einigermaßen eilig los zu kommen und meinen Zug zu erwischen. Es wird ohnehin ein langer Tag, aber es macht dann doch einen unterschied ob man um 23 Uhr am Ziel aus dem Zug klettert oder erst 1-2 Stunden später.


Ich nutze die Zugfahrt noch voll aus, einmal um das Training zu reflektieren: Was war gut? Was möchte ich beim nächsten Mal anders machen?

Außerdem erstelle ich die Dokumentation und versende sie an die Teilnehmer:innen. Ich schicke normalerweise eine kurze Mail an meine Auftraggeber, wie es gelaufen ist und mache die Rechnung fertig. Ich speichere die Unterlagen ab, lösche, was ich nicht mehr brauche und räume meinen Desktop wieder auf. Wenn ich zu Hause ankomme ist das Training somit wirklich abgeschlossen.

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Die Details zu meinem Trainingsangebot findest du übrigens hier:

https://www.franziska-blickle.com/trainings-wie-confetti

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