7 Mythen über virtuelle Whiteboards und was ich dazu denke
- Franziska Blickle

- vor 2 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Hält so ein Whiteboard wirklich, was es verspricht?
Virtuelle Whiteboards sind inzwischen in den unterschiedlichsten Kontexten angekommen. Teamorganisation, Workshops, Prozessmanagement, Coaching und Beratung, Design Thinking, agile Zusammenarbeit, asynchrones Lernen in Schule und Ausbildung, Kollaboration an Universitäten und Hochschulen, Vereinsarbeit etc.
Und trotzdem gibt es natürlich noch viele, die wenig Erfahrung haben und sich fragen:
“Bringt das überhaupt was?”
“Verzettelt man sich da nicht total ?”
“Wie technisch fit müssen dafür denn alle Teilnehmenden sein?”
Achtung Spoiler: Vieles, was so an abschreckenden Dingen erzählt wird, hält einem Praxis-Check nicht stand. Zeit, ein paar der typischen Vorurteile zu knacken. Und vielleicht bekommst Du am Ende Lust, Dein virtuelles Whiteboard mal ganz neu zu denken.
Mythos 1: “Ein Whiteboard macht den Workshop automatisch interaktiv.”
Ok, das wäre schon schön, oder? Einfach Board auf, ein paar Klebezettel verteilt, und zack sind alle tief im Flow, diskutieren angeregt und die Zeit vergeht wie im Flug, superproduktiv.
Tja… leider nein. Düdüm.
So ein virtuelles Whiteboard funktioniert eher wie eine Theaterbühne. Es braucht schon noch ein bisschen mehr als nur die Bühne selbst, z. B.
... ein Drehbuch oder Stück >> dein Konzept bzw. deine Dramaturgie
... ein Bühnenbild >> Bereiche, die du vorbereitet hast, damit klar ist, was wo wie passieren soll.
... die Regie >> die Moderation.
Wenn man das alles weglässt, kann man leider auch mit einem virtuellen Whiteboard einen schnarchlangweiligen Vortrag halten.
Mythos 2: “Das ist nur was für Digital Natives.”
Blödsinn. Quatsch mit Soße. Humbug. Es geht ü-ber-haupt nicht darum, wie alt oder vermeintlich technikscheu jemand ist. Ob zu Hause noch ein Wählscheibentelefon steht oder TikToks mit den Katzen gedreht werden, sagt überhaupt nichts darüber aus, wie gut jemand mit einem virtuellen Whiteboard zurechtkommt. Es geht hier darum, was Du vorbereitest, wie Du die Leute abholst, welche Informationen Du an welcher Stelle gibst.
Eine klare, clevere Einführung, ein passendes Warm-up, präzise Aufgabenstellungen und schon rocken auch Technik-Muffel das Board. Wichtig ist, dass Du nicht versuchst, alle Funktionen gleichzeitig zu nutzen, um dein Ego zu feiern.
Ich hab es selbst echt oft erlebt: Nach 10 Minuten fangen selbst die skeptischsten Teilnehmenden an, zu klicken, sich durch die Gegend zu bewegen und ganz nebenbei Spaß zu haben.

Mythos 3: “Es dauert ewig, so ein Board zu bauen.”
Kommt sehr drauf an. Wenn Du jedes Mal bei Null anfängst, klar. Dann sitzt Du da und baust und schiebst und fluchst und baust weiter. Dann kann da schon wirklich sehr viel Zeit draufgehen. Ist leider so.
Aber wenn Du einmal ein gutes Setup hast mit passenden Templates und fertig gespeicherten Bausteinen und Du Dir Zeit genommen hast, ein paar kleine Tricks zu lernen (z. B. wie man dupliziert, wie man automatisch anordnet oder Farbpaletten nutzt), dann geht das schneller, als Du „Simsalabim” sagen kannst. Na gut, so schnell nicht, aber doch ziemlich flott.
Mein Tipp dafür:
Baue Dir eine kleine Bibliothek an Vorlagen auf. In Mural geht das z. B. über die "Content Library". Dein Zukunfts-Ich wird Dir dankbar sein. Versprochen!



Mythos 4: “Da verliert sich doch jede:r.”
To be honest: Kann passieren. Zumindest wenn das Board aussieht wie ein Wimmelbild.
Wenn alles durcheinander ist, keine Orientierung oder Struktur erkennbar, keine Hinweise, Nummerierung, Pfeile… klar, dass es dann schwierig wird, sich zurechtzufinden.
Aber das musst Du ja so nicht machen.
Mit einer klaren Struktur, ein paar kleinen Wegweisern und ein bisschen Storytelling finden sich alle locker zurecht. Du hast außerdem immer die Möglichkeit, den Teilnehmenden einen bestimmten Ausschnitt zu zeigen oder den Präsentationsmodus zu nutzen.


Mythos 5: “Wenn das Tool streikt, ist der Workshop gelaufen.”
Technikprobleme nerven, ja. Ich bin nur der Meinung, dass wir inzwischen so viel Stabilität in den Systemen haben, dass man sich zu 99 % darauf verlassen kann. Und für das Restrisiko? Ja, da brauchst Du einen Plan B. Den brauchst du aber auch ohne virtuelles Whiteboard, denn auch dein Videokonferenz-Tool oder PowerPoint könnten streiken. Das brauchst du auch in einem Präsenzformat. Was, wenn der Beamer streikt oder alle Stifte leer sind?
Ich habe inzwischen ca. 80 Trainings und Workshops mit virtuellem Whiteboard durchgeführt und es ist nie etwas passiert oder ausgefallen, mit dem wir nicht umgehen konnten.
Bei einem gut durchdachten Konzept mit klaren Zielen und den passenden Methoden könntest du relativ schnell umdenken. Zur Not auf Papier, per Chat oder einfach mündlich.
Wenn Du dir dafür Support wünschst, schreib mir! Ich mag eine gute kleine Challenge und überleg gern mit Dir zusammen, wie du das für dich planen kannst, um dich auch wirklich sicher zu fühlen.
Mythos 6: “Man kann da eh nur Klebezettel draufkleben.”
Bitte was?! 😳
Virtuelle Whiteboards können so viel mehr als das. Du kannst damit ganze Prozesse abbilden, Spiele bauen, Abstimmungen machen, Moodboards erstellen, Lernreisen gestalten…
Wenn Du das Board nur als Klebezettelwand nutzt, verschenkst Du ungefähr 90 % der Möglichkeiten. Wie schade!
Hier gibts Inspiration:
Bitte nicht wieder nur „sammeln und sortieren“! - 10 (wirklich) kreative Methoden-Ideen für virtuelle Whiteboards (Hier findest Du 10 konkrete Ideen, wie Du Whiteboards im Training oder Workshop kreativ einsetzen kannst. Und weil kein Mensch Zeit hat für stundenlange Vorbereitung, versuche ich Dir ganz simple Ideen zu zeigen, wie das konkret aussehen kann. Ausarbeiten und schmücken kannst Du sie dann selbst.)

Mythos 7: “Ich muss das Tool perfekt beherrschen, bevor ich es einsetze.”
Nope. Einfach nein!
Du musst weder MURAL-Mastermind noch Miro-Magier:in sein. Du musst nicht alle Funktionen kennen. Nicht alle Tricks draufhaben. Nicht alle Tastenkombinationen kennen.
Was Du brauchst, ist:
Ein klares Ziel. Was willst du im Meeting oder Workshop erreichen.
Ein einfaches, durchdachtes Board. Weniger ist mehr. (Bitte lies das nochmal!)
Den Mut, es auszuprobieren, im vollen Bewusstsein, dass am Anfang ein paar Dinge schiefgehen können.
Alles andere wächst unterwegs. Versprochen.


Und falls du nicht die Geduld oder Zeit für langes Lernen hast, dann meld dich und wir kürzen gemeinsam ein bisschen ab.
Meine "Mural Easy Start Workshops" kann ich problemlos auch auf andere Whiteboards übertragen.
Schreib mir an hello@franziska-blickle.com.









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