top of page
  • AutorenbildFranziska Blickle

Was tun mit „schwierigen Teilnehmer:innen“?

Alle (ja, alle), die damit beginnen Gruppenformate zu machen, haben Angst vor „Schwierigen Teilnehmenden“.


Es ist vollkommen egal, ob es sich um Vorträge, Workshops oder Trainings handelt, immer spukt so eine Gruselvorstellung in uns herum: „Was ist, wenn SO JEMAND dabei ist?“


Dabei ist es sehr individuell, was wir denn als schwierigen Teilnehmenden empfinden.

  • Für die einen ist es die Person mit den unzähligen Fragen.

  • Für die anderen die Person, die immer so kritisch schaut, aber nichts sagt.

  • Für wieder andere ist es die Person, die selbst ständig alles (besser) weiß.

  • Und für nochmal andere ist es die Person, die die Sitznachbarn mit Witzchen ablenkt.

 

Zwischenfragen an dich:

  • Wer ist es bei dir?

  • Wenn du an „schwierige Teilnehmer:innen“ denkst,

  • Wie sind die dann?

  • Was tun sie genau?

  • Und warum stört dich das?

  • Welche Emotionen weckt das Verhalten in dir?


Wen wir als schwierig empfinden, hängt vor allem mit uns selbst zusammen. Jede*n bringt etwas anders zum Schwitzen, aus der Fassung, zur Weißglut.

 

Was mir mit „schwierigen Teilnehmenden“ hilft, sind besonders zwei Dinge:


1.) Das ganze vorher schonmal durchzuspielen.


Wenn du dir also überlegst, was für dich besonders knifflig wäre, kannst du auch überlegen, was dabei mit dir passiert. Wirst du unsicher, wütend, genervt? Was würdest du am liebsten tun, weißt aber, dass es unpassend wäre? Und was könnte stattdessen eine Möglichkeit sein?


2.) Mir überlegen, welche positive Absicht dahinter stecken könnte.


Jedes Verhalten hat eine positive Absicht. Nicht unbedingt für dich, das ist wahr, aber die wenigsten Teilnehmenden verhalten sich so, weil sie heute beim Aufstehen beschlossen haben, dich zu quälen.


Frag dich also, was der Störenfried bezwecken könnte:

  • Die Person mit den unzähligen Fragen ist vielleicht einfach wirklich sehr interessiert am Thema.

  • Die andere, die Person, die immer so kritisch schaut, aber nichts sagt, hört vielleicht aufmerksam zu und ist sich gar nicht bewusst, wie ihr Konzentrationsgesicht auf andere wirkt.

  • Die Person, die selbst ständig alles (besser) weiß, will sich so vielleicht etwas Aufmerksamkeit und Anerkennung holen, die sie woanders nicht finden kann.

  • Die Person, die die Sitznachbarn mit Witzchen ablenkt, möchte vielleicht einfach die Stimmung etwas lockern und dafür sorgen, dass alle eine gute Zeit haben.

 

Sobald ich mir überlegt habe, was das gut gemeinte sein könnte, fallen mir oft Dinge ein, die ich sagen kann, um genau das zu schaffen.


Für die erste Person könnte das so klingen:

„Ich merke, das Thema interessiert dich sehr. Wir müssen jetzt leider zum nächsten Punkt springen, damit wir gut im Zeitplan bleiben, aber wenn du magst, dann bin ich gern nach dem Workshop für ein paar Fragen bereit.“


Für das letzte Beispiel könnte das so klingen:

„Du hast recht, wir könnten eine kleine Auflockerung vertragen. Wir lassen jetzt noch die letzten beiden zu Wort kommen und dann gibts für alle einen kleinen Energizer.“

 

Mehr Ideen und Tipps für virtuelle Workshopformate findest du hier:

↓↓↓

43 Ansichten0 Kommentare

Comments


bottom of page