• Franziska Blickle

Schon vorbei? | 5 Ideen für einen blitzschnellen virtuellen Check Out

Auch mit viel Erfahrung, einem mehrfach durchdachten Zeitplan, viel Puffer und Flexibilität, kann es vorkommen, dass am Ende der Zeit noch Workshop übrig ist.

Ist nicht perfekt, aber passiert. Was jetzt?


Wenn das passiert sind mit zwei Dinge besonders wichtig:


1) Wir überziehen nicht!

Pünktlicher Start und pünktliches Ende meiner Formate sind mir wichtig, vor allem aus Respekt vor der Zeit meiner Teilnehmenden.

Und während es 9 von 10 vielleicht nicht so schlimm fänden und "hintenraus noch Luft" haben, bringe ich möglicherweise Person 10 in echte Schwierigkeiten, weil ich sie zur Entscheidung zwinge zwischen "pünktlich beim nächsten Termin/ in der Kita / beim Sport und den Schluss verpassen" oder "aussitzen und zum nächsten Termin zu spät mit all den unschönen Konsequenzen".


2) Wer eincheckt sollte auch auschecken!

Der Check Out, also der bewusste Schlussstrich unter mein Format ist mir vor allem im virtuellen Kontext sehr wichtig, damit alle TN mit einem guten Gefühl aus dem Training oder Workshop gehen können.

Eine offene Frage kann ich auch im Nachgang für alle beantworten - als Mail oder vielleicht als kleines Video -, ein Feedback kann ich mir auch nach dem Training noch einholen, aber der Abschluss und das damit verbundene Gefühl kann ich nicht nachholen.

Meine fünf Ideen für einen blitzschnellen Checkout

(in unter 5 Min):


1) "Mein Aha-Moment"


Alle TN schreiben als Satz oder Stichwort den eigenen wichtigsten Aha-Moment in den Chat.


Ich lese mit, greife einzelne heraus und kommentiere, was mir auffällt (z.B. "Ah, ich seh' schon...Der Coachende Führunggstil war für viele von euch wertvoll. Das greifen wir in Modul 2 auch nochmal auf.")


Jede:r hat Gelegenheit nochmal die Aha-Momente der anderen zu überfliegen.


Dieser Check Out lädt jede:n dazu ein selbst zu überlegen, was heute interessant und wertvoll war und durch das gemeinsame Sammeln festigt sich der Eindruck, dass viel zusammengekommen ist.


Varianten der Fragestellung:

  • Was war heute besonders wertvoll für dich?

  • Was hat dich heute besonders überrascht?

  • Welche Erkenntnis nimmst du jetzt mit?



2) "Honey, how was it?"


Dies ist eine Abwandlung der oben genannten Version, die ich selbst sehr gern mag und bei der die Anmoderation entscheidend ist.


"Unser Workshop ist aus und in genau diesem Moment erreicht dich eine SMS: 'Honey, how was it?'. Was schreibst du zurück? Stell dir vor, was du einem lieben Menschen, der neugierig fragt, wie es heute war, zurückschreiben würdest und poste genau das, genau so wie du es schreiben würdest in den Chat."


Hier lasse ich die langsam aufploppenden Nachrichten für sich sprechen und kommentiere nach Gefühl Besonderheiten (z.B. " Hui, da sprudelt es ja richtig!").


Diese SMS-Checkouts ist immer super nett und sehr individuell und ich füge sie oft als letzte Seite in die Dokumentation ein.



3) "Drei Wort Fazit"


Während sich die oberen beiden auch für große Gruppen eignen, weil alle gleichzeitig schreiben können, kann ich kleine Gruppen auch nochmal zu Wort kommen lassen.

Ich bitte sie oft um ein "Drei Wort Fazit", also die drei Worte, die ihnen in den Kopf kommen, wenn sie den Workshop nochmal kurz Revue passieren lassen.


Ob das dann "Entwicklung, Herausforderung und Feedback" ist oder "Wirklich viel gelernt!" ist ganz unterschiedlich und persönlich, was ich sehr mag. Ich mache da keine Vorgaben und gebe auch kein Beispiel, damit ich nicht schon eine Richtung vorgebe.

Wenn es übrigens vier Wörter werden, sage ich nichts, wenn jemand aber anfängt zu erklären unterbreche ich liebevoll und erinnere daran, dass wir uns auf drei Wörter beschränken.


Damit das Ganze wirklich zügig geht lege ich hier oft schon eine Reihenfolge fest oder rufe der Reihe nach auf. Falls die TN den Impuls weitergeben sollen achte ich darauf, wen noch übrig ist und helfe ggf. mit der Info.


Mein Tipp: In Zoom kann man in der Galerie-Ansicht die Videos per Drag&Drop verschieben. Ich ziehe alle die dran waren vor mein Video und weiß so immer wer noch nicht dran war.



4) "Gefühls-Pantomime"


Wenn es ganz schnell gehen muss, verzichte ich auf Worte und bitte alle mir gleichzeitig pantomimisch zu zeigen, wie sie sich jetzt mit Rückblick auf das gemeinsam erarbeitete Fühlen.


Das ist dabei wichtig:

  • Stell klar, dass das alle gleichzeitig machen.

  • Bitte die Gruppe das mindestens drei, besser fünf, im Idealfall sogar zehn Sekunden lang zu machen. Nur so kann jeder auch den Blick in die Runde schweifen lassen und den Eindruck der anderen mitnehmen.

Besonders toll klappt das übrigens, wenn jede:r die eigene Selbstansicht ausblendet. So fokussieren wir uns nämlich auf die anderen und nicht darauf ob wir selber gerade schön, cool oder witzig genug aussehen.


Das Sahnehäubchen ist übrigens, wenn du es auch noch schaffst von dieser Pantomime eine Bildschirmaufnahme zu machen und diese als kurzes Video oder Gif hinterher als Erinnerung zu verschicken.



5) "Abschlussfoto"


Noch einfacher als die Pantomime ist ein gemeinsames Abschluss-Foto per Screenshot, was du nach dem Training verschicken kannst.


Ideen und Varianten:

  • Ganz Klassisch: einfach lächeln ("Say Cheese!")

  • Etwas dynamischer: alle winken oder machen eine bestimmte Geste

  • Zoom-zeitgemäß: alle wähle ein Emoji als Reaktion aus (aufs Timing achten, denn die Verschwinden nach ein paar Sekunden automatisch wieder)

  • Lustig: jeder schneidet die schönste Grimasse


Hast du noch andere Ideen?

Dann hinterlasse sie gern als Kommentar!

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