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  • Franziska Blickle

4 Impulse für eine optimale Vor-, Zwischen- und Nachbereitung als Teilnehmer*in

Ganz egal, ob Du zu einem Training, Seminar oder Workshop geschickt wirst oder lange darauf hingearbeitet hast - mit diesen Impulsen kannst du noch mehr daraus machen.


Zu jedem Impuls gibt es eine konkrete Idee in drei Varianten:

  • 3 Minuten

  • 10 Minuten

  • 30 Minuten.

So kannst Du ganz individuell entscheiden, wie viel Zeit du gerade investieren kannst und möchtest.


Und bitte nicht wundern: die Grundidee ist bei allen drei Varianten gleich, die Aufgaben bauen also aufeinander auf, sind aber so formuliert, dass du gleich bei 30 Minuten starten kannst, wenn das deine Wahl ist.



Nr. 1 - vor dem Training:

Stimme Dich auf das Thema des Workshops ein.


In den meisten Fällen haben wir schon vor dem Workshop oder Training einen Bezug zu dem jeweiligen Thema. Diesen Bezug können wir intensivieren. Denn unserem Gehirn hilft es ungemein, schon vor dem neuen Input eine passende Stellen zu finden, an die das neue Wissen als Puzzleteil andocken kann. Und diese Stelle zu finden ist leichter als Du denkst. Kram doch mal in deinen mentalen Schubladen:


3 Minuten:

Wann: Unmittelbar vor dem Training

Wo: Beim Händewaschen, an der Ampel – ganz egal!

Was: Stell dir selbst die folgenden beiden Fragen und beantworte sie für dich im Kopf:

1. Was weiß ich schon zu diesem Thema?

2. Wozu möchte ich diesmal gern mehr erfahren?


10 Minuten:

Wann: Am Abend oder am Morgen vor dem Training

Wo: Beim Zähneputzen, beim Weg zu Bus oder Bahn, in der Warteschlange beim Bäcker – ganz egal!

Was: Stell dir selbst die folgenden vier Fragen und beantworte sie im Idealfall laut:

  1. Was weiß ich schon zu diesem Thema und woher?

  2. Wie und wo wende ich dieses Wissen bereits an?

  3. Was könnte ich selbst erklären, wenn man mich nach diesem Thema fragt?

  4. Wozu möchte ich gern mehr erfahren und auf welche Information bin ich besonders neugierig?


30 Minuten:

Wann: Idealerweise 1-2 Tage vor dem Training oder am Abend vor dem Training

Wo: In der Bahn, an der Bar, am Schreibtisch – ganz egal!

Was: Stell dir selbst die folgenden Fragen und beantworte sie im Idealfall schriftlich in Stichpunkten:

  1. Auf einer Skala von 1-10 (10 = höchste Wertung) wie schätze ich mein Wissen zum Thema ein?

  2. Was genau weiß ich schon zu diesem Thema?

  3. Von wem oder woher habe ich mein bisheriges Wissen zu dem Thema?

  4. Wie alt ist mein Wissen zu diesem Thema?

  5. Wie und wo wende ich dieses Wissen bereits an?

  6. Welche positiven Erfahrungen habe ich damit bereits gemacht?

  7. Was könnte ich selbst jemand anderem am besten erklären, wenn er/sie mich nach diesem Thema fragt?

  8. Zu welchen Bereichen möchte ich gern mehr erfahren?

  9. Auf welche Information oder Erkenntnis bin ich besonders neugierig?

  10. Welche Frage möchte ich stellen?

Egal für welche Variante Du dich entscheidest: Das sind keine Testfragen! Es geht hierbei nicht darum, möglichst viel aufzulisten oder um Vollständigkeit zu diesem Thema. Wichtig ist, dass Du dich auf bekanntes Wissen fokussierst und an die Oberfläche holst, was Du bereits als Basis hast, um dann im Training oder Seminar darauf aufzubauen.



Nr. 2 - vor dem Training: Wähle deine Einstellung.


Selbst, wenn Du Dir den Workshop oder auch den Zeitpunkt nicht ausgesucht hast - über eine Sache kannst Du immer selbst entscheiden: und das ist deine Einstellung zum Training.


3 Minuten:

Wann: Unmittelbar vor dem Training

Wo: Im Aufzug, am Kaffeeautomaten – ganz egal!

Was: Überlege dir drei Gründe, warum es gut ist, dass du heute bei diesem Training/Workshop dabei bist. Bonusfrage: FÜR WEN ist es gut, dass du zu diesem Training gehst?


10 Minuten:

Wann: Am Abend oder am Morgen vor dem Training

Wo: Beim Müslilöffeln, beim Föhnen, beim Umsteigen – ganz egal!

Was: Stell dir selbst die folgenden Fragen und beantworte sie im Idealfall laut:

  1. Finde drei Gründe, warum es wichtig und hilfreich ist, dieses Training jetzt zu besuchen! Wem, außer Dir selbst kannst du eine nützliche Information von dort mitbringen?

  2. Welche eine Maßnahme kannst Du heute ergreifen, um dieses Training positiv zu beeinflussen?

  3. Denke an eine schöne oder witzige Situation und zwar so lange und intensiv, bis zu lächeln musst! War da gestern was? Mit dem Partner? Mit den Kindern? Lustiges Video gesehen? Na bitte!

30 Minuten:

Wann: Idealerweise 1-2 Tage vor dem Training oder am Abend vor dem Training

Wo: Auf dem Sofa, am Küchentisch, auf dem Kopfkissen – ganz egal!

Was: Stell dir selbst die folgenden Fragen und beantworte sie im Idealfall schriftlich in Stichpunkten:

  1. Warum genau nehme ich an diesem Training/Seminar/Workshop teil? Wer wollte das? Wie kam es dazu?

  2. Welchen Nutzen habe ich von dem neuen Wissen?

  3. Wer außer mir wird von dem Wissen profitieren?

  4. Wie kann ich Informationen und Wissen so mitbringen, dass ich es direkt an andere weitergeben kann?

  5. Wie kann ich das Training positiv beeinflussen? Wie kann ich mich verhalten? Welche Frage kann ich stellen?

  6. Was kann ich selbst beitragen, damit ich die Informationen und das Wissen bekomme, was ich aktuell brauche?

Wichtig ist:

Auch wenn Du nicht freiwillig hier bist oder Dir vielleicht einfach der Zeitpunkt gerade überhaupt nicht passt – Du hast immer die Wahl, die Zeit einfach abzusitzen oder das Beste daraus zu machen und sie gut zu nutzen. Wenn da eine Zitrone ist, dann quetsch sie für dich selbst aus!



Nr. 3 - während des Trainings: nutze die Pausen


Die meisten Trainings- oder Workshoptage haben mindestens zwei Kaffeepausen und eine für das Mittagessen. Selbstverständlich ist es absolut ok, sie auch genau dafür zu nutzen - also einen Kaffee zu trinken, einen Kuchen zu naschen und das Buffet zu stürmen.

Um für dich möglichst viel aus dem Training oder Workshop herauszuholen, habe ich noch andere Möglichkeiten für Dich:


3 Minuten:

Wann: Direkt zu Beginn der Kaffeepause

Wo: Noch auf dem Stuhl, beim Händewaschen, mit Blick aus dem Fenster – ganz egal!

Was: Nimm dir einen Moment und geh nochmal den Zeitraum seit der letzten Pause durch:

  • Fasse die Inhalte und Informationen für dich selbst in einem Satz zusammen - gerne auch schriftlich.

  • Notiere Dir eine Frage, die Du nach der Pause stellen möchtest - entweder unter vier Augen oder vor der ganzen Gruppe.

10 Minuten:

Wann: Während der Kaffeepause

Wo: Vor der Kaffeemaschine, beim Rauchen, mit Kuchen im Mund – ganz egal!

Was: Überlege Dir wie das neu Gelernte Einfluss auf dein (Arbeits-)Leben hat. Was willst du von nun an starten? Womit hörst Du ab sofort auf? Was wirst Du auf jeden Fall weiterführen, weil Du jetzt noch einen weiteren Vorteil daran entdeckt hast? Notiere Dir jeweils ein Beispiel!


30 Minuten:

Wann: Während der Mittagspause

Wo: Bei der Vorspeise, beim Hauptgang, beim Dessert – ganz egal!

Was: Wähle 2-4 andere Teilnehmende aus und sprich mit ihnen über das heutige Thema. Wo kann dein Gegenüber das Gehörte besonders gut anwenden? Was hat die anderen am meisten überrascht? Wo ist dein Gegenüber noch skeptisch? Hat dein Gegenüber vielleicht Tipps wie Du es umsetzen kannst? Versuche mindestens eine neue Sache von jeder Person zu erfahren.



Nr. 4 - nach dem Training: bereite nach, was du gelernt hast


Der Schlussapplaus ist verklungen, alle haben sich verabschiedet und das Training ist vorbei. Wenn es gut war - und das unterstelle ich jetzt mal - bist Du motiviert, das Gelernte umzusetzen und willst “bald mal” in die Unterlagen schauen und “alles durcharbeiten”.

Aus "bald mal" wird meist “nie”, aber Du kannst unmittelbar nach dem Training durch ein kleines zusätzliches Zeitinvest viel dafür tun, dass mehr hängen bleibt als sonst:


3 Minuten:

Wann: Unmittelbar nach dem Training

Wo: Im Fahrstuhl, auf dem Weg zum Auto – ganz egal!

Was: Stell dir selbst die folgenden Fragen und beantworte sie für dich im Kopf:

  1. Welches war mein größter Aha-Moment heute? Gab es noch einen zweiten?

  2. Welches Detail kann ich jemand anderem erzählen, um die Person am heutigen Seminar teilhaben zu lassen?

10 Minuten:

Wann: Am Abend des Trainings

Wo: Beim Abwaschen, beim Spaziergang, auf der Heimfahrt – ganz egal!

Was: Stell dir selbst die folgenden Fragen und beantworte sie im Idealfall laut:

  1. Was war das interessanteste neue Detail, das ich heute erfahren habe? Und was noch?

  2. Wie und wo werde ich dieses Wissen ab morgen anwenden?

  3. Was kann ich einer anderen Person morgen erklären, um sie von meinem Wissen profitieren zu lassen?

  4. Was genau brauche ich, um das Wissen konsequent und dauerhaft in meinen (Arbeits-)Alltag zu integrieren? Wer oder was kann mich unterstützen?

30 Minuten:

Wann: Idealerweise 1-2 Tage nach dem Training

Wo: Am Schreibtisch, auf der Couch, im Café – ganz egal!

Was: Stell dir selbst die folgenden zehn Fragen und beantworte sie im Idealfall schriftlich in Stichpunkten:

  1. Auf einer Skala von 1-10 (10 = höchste Wertung): wie schätze ich mein Wissen zum Thema nach dem Training ein?

  2. Was genau waren meine drei wichtigsten neuen Erkenntnisse?

  3. Wer kann in welchem Bereich von meinem Wissen profitieren?

  4. Wie kann ich für andere Teile dieses Wissens bereitstellen, damit sie davon profitieren?

  5. Zu welchen Bereichen möchte ich gern mehr erfahren? Wo informiere ich mich? Wann genau investiere ich 25 Minuten in mein neues Wissen?

  6. Welche neue Frage hat sich durch das Training ergeben?

  7. Auf einer Skala von 1-10 (10 = höchste Wertung) wie motiviert bin ich, mein neues Wissen anzuwenden? Was kann ich tun, um diesen Wert um einen Punkt zu erhöhen?

Auch hier ist mir wichtig: Das sind keine Testfragen! Es geht hierbei nicht darum, möglichst viel aufzulisten oder sehr ambitionierte Umsetzungsziele zu formulieren. Es geht darum, die Verknüpfung von Training und Alltag zu schaffen und klar zu formulieren, welche neue Information oder Kompetenz besonders relevant ist.



Hat Du noch weitere Tipps für eine effiziente Vor- und Nachbereitung? Ich freu mich sehr über einen Kommentar!