• Franziska Blickle

Meine Vision: Trainings wie Konfetti!

Was ist denn meine Vision? Das ist die erste Frage, die aufkommt, wenn man einen Blogartikel über genau diese schreiben soll/kann/darf/möchte.

Tagelang habe ich daran geknabbert, bis eine Freundin ganz trocken sagte: „Na das steht doch sogar schon auf deiner Website!“. Recht hat sie, da steht sie eigentlich, meine Vision. Ich habe aus mir unerfindlichen Gründen nach etwas wie „Ich mache die Welt zu einem besseren Ort, weil…“ gesucht (Sülz!).


In meiner Vision fange ich aber etwas kleiner an und fokussiere mich darauf was für eine Trainerin ich sein möchte und wie meine Trainings sein sollen:


Für mich sind gute Trainings wie Konfetti

- sie sind bunt, machen Spaß und bleiben hängen!


Wann sind Trainings bunt?


Für mich bedeutet ein buntes Training nicht, dass ich ständig mit kleinen, runden Papierschnipseln werfe. Es bedeutet auch nicht, dass einfach alles auf bunte Klebezettel kommt (auch wenn das mehr Spaß macht als graue Moderationskarten).


Für mich bedeutet „bunt“, dass …

  • ….meine Trainings vielseitig und anregend sind.

  • … ich versuche meine Methoden danach auszuwählen, was passend und dem Ziel dienlich ist. Erlaubt ist, was nützt!

  • … ich versuche nicht immer bei den mit vertrauten Elementen und Methoden zu bleiben, sondern auch mich selbst herauszufordern, zu hinterfragen ob mir da nicht was neues, etwas originelleres, überraschenderes einfällt.


Jetzt gib uns mal ein Beispiel!

Na gut!


  • Im Moment bin ich z.B. dabei Memes und Cartoons zum Thema Führung zu sammeln. Ich arbeite gern mit Bildkarten und möchte hier mal was anderes ausprobieren, dass den Zeitgeist und den Humor meiner Zielgruppe trifft.

  • Ich beschäftige mich außerdem mit neuen Möglichkeiten das Training insgesamt zu gestalten. Ich bin unlängst z.B. über einem Tapeartist (ja, der macht Kunst mit Klebeband) gestolpert der Workshops für Trainer*innen, Moderator*innen und Facilitator*innen Workshops anbietet, die ihre Trainings mit Tape aufpimpen/gestalten wollen..

Ich versuche mein Repertoire für Elemente, die in jedem Training eine Rolle spielen zu erweitern: Vorstellungsrunde, Gruppeneinteilung, Feedback. Ich frage mich immer. Wie geht das bunter, überraschender, witziger?

Nicht um eine Zirkusnummer daraus zu machen, ganz im Gegenteil! Ich glaube fest daran, dass Menschen sich wohlfühlen, wenn sie überrascht und unterhalten werden. Sie sind gespannt was als nächstes kommt, sind neugierig und das ist ja die optimale Grundstimmung um neue Dinge zu lernen.

Warum ist Spaß im Training wichtig?


Ich gebe euch mal zwei Situationen:

  1. Leicht abgelebter Konferenzraum, Kinobestuhlung, vorne stehe ich und sage so etwas wie: „Guten Morgen! Willkommen zum Training „Gesprächsführung“. Wir haben heute viel vor, das wird ein langer anstrengender Tag, aber da müssen wir jetzt durch!“

  2. Leicht abgelebter Konferenzraum (den lasse ich jetzt mal so - man kann es sich nicht immer aussuchen), Stuhlkreis, vorne stehe ich, starte mit einem Witz und den Worten „Schön, dass ihr da seid! Gespräche führen könnt ihr alle schon, allerdings machen euch vermutlich einige Spaß und einige Kopfzerbrechen. Wenn ihr heute raus geht wisst ihr, wie ihr die eine Hälfte los werdet - welche entscheidet ihr! ;)“

Man braucht nicht viel Phantasie und/oder Lebenserfahrung …

  • …um sich zu überlegen, bei welcher Situation die Stimmung besser ist.

  • … um zu wissen, wie wichtig die Stimmung für das Lernerlebnis ist.

  • … um festzustellen wie wichtig Humor für die Stimmung ist.

Menschen haben gerne Spaß und fühlen sich gern wohl! Das sieht für jeden etwas anders aus und das bedeutet auch, dass ich meine Trainings dahingehend natürlich immer und immer wieder anpasse.

Gute Stimmung, Wohlbefinden, Spaß beim Lernen erzeuge ich nicht nur durch einen Witz, ein unterhaltsames Experiment oder ein lustige Bildchen.


Ich achte schon in der Kommunikation vor dem Training darauf, dass eine gute Stimmung entsteht. Meine Teilnehmer*innen sollen sich auf den Tag freuen. Manchmal heißt das auch, dass ich z.B. die Führungskraft oder meine Ansprechperson im Personalbereich dabei berate und unterstütze die Einladung zu formulieren, einen geeigneten Trainingsraum zu finden etc.


Einen schönen Effekt habe ich immer, wenn ich bei einem Unternehmen mehrere Trainings gebe: Dass der Tag Spaß macht spricht sich nämlich rum und die nächste Gruppe kommt schon in einer gut gelaunten Stimmung an. Aufgewärmt sozusagen!

Wie kann möglichst viel hängen bleiben?


Vermutlich ist das die wichtigste Frage überhaupt und sie beschäftigt sowohl Trainer, als auch diejenigen, die in Unternehmen für die Personalentwicklung verantwortlich sind!

„Wie können die Teilnehmer*innen nicht nur einen interessanten Tag haben sondern das Gelernte wirklich mit nach draußen nehmen und (möglichst sofort) in ihr Verhalten übernehmen?“


Es gibt viele Dinge, die ich im Training tun kann um die Teilnehmer*innen beim Transfer und der Umsetzung zu unterstützen. Dies sind für mich die beiden wichtigsten:


1. Ich definiere mit meinen Kunden nicht nur kognitive, sondern auch affektive und psychomotorische Lernziele.


Das bedeutet wir legen nicht nur fest welche Modelle, Methoden, Prinzipien die Teilnehmerinnen kennen und verstehen lernen sollen (kognitiv). Wir beschäftigen uns auch damit wo z.B. eine Einstellungsänderung, sich sicher fühlen mit einer Aufgabe etc. Lernziel ist (affektiv). Außerdem ist mir im Training immer sehr wichtig, dass das Wissen auch gleich selbst angewendet wird (psychomotorisch). Darum ist viel Reflexion und Transfer eingeplant.


Beispiel:

Eine Feedback-Methode wie das WWW-Feedback rational zu verstehen, wenn man sie erklärt bekommt, geht schnell. Die Wahrscheinlichkeit, das im nächsten Gespräch anzuwenden ist aber sehr gering.

Anders ist es, wenn ich nach der Erklärung üben darf: selbst formulieren, vom anderen hören, merken, dass es andere Emotionen und Reaktionen auslöst, nochmal formulieren, merken, dass es mir schon leichter fällt, Sicherheit gewinnen.


2. Ich integriere den Transfer schon in mein Training.


Je konkreter ich mir bestimmte neue Verhaltensweisen vornehme, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie umsetze. Ich habe als Teilnehmerin in der Vergangenheit zwei Arten Trainings erlebt:

  1. Die, bei denen ich noch im Training überlegen konnte, was neue Informationen konkret für mich und mein Verhalten bedeutet, bei denen ich mir konkrete Dinge vorgenommen habe

  2. Die, bei denen ich mit viel neuem Wissen rausgegangen bin und mit dem Vorsatz: Da muss ich mir noch irgendwann überlegen, was genau das jetzt für mich bedeutet.

Ratet welche Trainings nachhaltige Veränderungen und Wachstum geschaffen haben! Genau!


Darum gibt es in meinen Trainings regelmäßig Zeit und in meinen Handouts extra Platz um zu überlegen, was sich durch die neue Information ändern.

Meist schlage ich dabei vor nach dem Prinzip START-STOP-CONTINUE-Prinzip vorzugehen. Das bedeutet jede*r überlegt sich, was er*sie gern als neues Verhalten etablieren möchte, was keinen Platz mehr im Repertoire haben soll und was gut ist wie es ist.

Das ist meine Trainings-Vision und nach diesen drei Kriterien versuche ich jedes Training zu prüfen und selbst immer weiter zu wachsen.


Vielleicht manch ich damit die ein oder andere kleine Führungs- oder Kommunikationswelt für ein Team und/oder Unternehmen besser ;)

Franziska Blickle: 

Trainerin für Kommunikation, Leadership und Selbstmanagement, in Berlin daheim und europaweit unterwegs

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