• Franziska Blickle

5 Tipps für das spontane Visualisieren an Flipchart oder Whiteboard

Aktualisiert: 30. Juli 2019

Flipcharts designen, vorbereiten und dann im Training zeigen, gemeinsam fertig stellen oder erarbeiten - aus Trainings zu "meinen" Themenfeldern (Kommunikation, Führung, Selbstmanagement) ist das eigentlich schwer wegzudenken.


Ob diese Flipcharts gut aussehen hat - zu Glück - weniger damit zu tun ob man "Talent" hat oder gut zeichnen kann. Man kann es lernen, üben und sich auch wirklich viel abschauen.


Deutlich kniffliger finde ich es , wenn ich spontan etwas aufs Flipchart oder Whitboard bringen möchte, weil es mir hilft eine Frage zu beantworten, die Themen zu verknüpfen, Zusammenhänge herzustellen oder etwas zu wiederholen.

Es gibt fünf einfache Tricks mit denen es hinterher aussieht

als wäre es Absicht.

1. Layout + Rahmen "vordenken"


Nimm dir einen winzigen Moment - auch wenn Du ganz spontan zum Stift greifst - und überlege was es werden soll:

Eine Aufzählung? Eine Abfolge? Eine Gegenüberstellung von Punkten? Elemente, die miteinander verbunden sind? Ein einfaches Schaubild? Eine ToDo-Liste?

Diese kurze Überlegung hilft dir dabei den Raum zu nutzen. Und auch wenn sich das ganze sicher anders entwickelt - meist ist der erste Impuls der richtige.


Und: Lass außen unbedingt Platz für einen Rahmen. Der wirkt auch bei der chaotischsten Aufzählung oder Darstellung ordnend und sorgt dafür, dass Betrachter alles als ein gesamtes Bild wahrnehmen.


Das hier sind ein paar Beispiel Layouts, die ich im Kopf habe und bei Bedarf nutze:




2. Schwarzen Stift als Basis nutzen


Wenn Du kannst, nutze einen schwarzen Stift.


In den meisten Räumen liegen auch rote, blaue und grüne - manchmal wird's sogar richtig bunt.


Sie sind für Hervorhebungen aller Art super und kommen in Punkt 5 auch zum Einsatz, aber als Basis sind schwarze Zeichen auf hellem Grund einfach am besten lesbar.


Sollten nur farbige Stifte zur Verfügung stehen entscheide dich für eine Grundfarbe z.B. Blau.


Die Stifte durcheinander zu benutzen empfehle ich nur, wenn es absichtlich geschieht, also z.B. Grün für die Pro- und Rot für die Contra-Argumente.


Ach ja: Mit einem leeren oder kaputten Stift ist eine richtig gute Visualisierung fast nicht möglich. Ich habe darum immer zumindest einen aufgefüllten schwarzen Stift dabei, damit das Schriftbild ordentlich aussieht. Die Farbklekse klappen notfalls auch mit den Stiften, "die halt da sind".



3. Mit Grundformen arbeiten


Egal ob Du gut zeichnen kannst oder nicht: halte es simpel! Es geht hier nicht darum realitätsnahe Bilder zu zeichnen, sondern dem Publikum einfache Symbole zu liefern, die sie mit dem Besprochenen verknüpfen können.

Da reicht ein Kreis mit Strich nach unten als Baum oft völlig aus oder ein Quadrat mit einem Dreieck als Haus.


Und solltest Du mal feststellen, dass dein Publikum so gar nicht erkennt was damit nun gemeint ist: einfach beschriften und gemeinsam drüber lachen! Du wirst sehen: das bleibt im Kopf!


Gerade für spontane Werke ist es hilfreich (wie bei den Layouts) ein kleines "visuelles Portfolio" im Kopf zu haben:





4. 3-D-Effekt & Dynamik durch Überlappung, Schatten und "Action-Spritzer“


Damit das ganze etwas lebendiger wirkt kannst Du jetzt in die Trickkiste greifen:


  • Überlappende Formen wirken automatisch so als lägen sie hintereinander. Am einfachsten ist es, wenn du mit einem Gegenstand anfängst und dann "nach hinten" weitermachst.

  • Mit einem grauen Stift zauberst du ganz schnell Schatten und alles wirkt plastischer. Entscheide dich dabei aber insgesamt woher dein gedachtes Licht kommen soll. Meine gedankliche Glühbirne hängt immer oben links, meine Schatten sind darum immer rechts und unten. Diese Schatten müssen übrigens nicht perfekt sein - im Gegenteil. Wenn du das lässig nebenher machst wirkt es viel lebendiger als wenn nirgens ein Patzer ist.

  • Vielleicht kennst Du aus Comics die sogenannten "Action-Spritzer" oder Bewegungslinien, die suggerieren, dass sich etwas bewegt. Das kannst du unglaublich gut nutzen um deinen Darstellungen etwas Dynamik zu geben. Auch hier wieder: nicht lange nachdenken, sondern einfach machen. Perfekt ist hier eher hinderlich.




5. Farbakzente setzen


Die Farbe kommt zum Schluss. Ich mache das oft in einer Pause, bevor ich das Ganze dann für das Flipchart-Protokoll fotografiere. Ich möchte nicht, dass meine Teilnehmenden denken das "ausmalen" ist gerade wichtiger als sie. Manchmal ist es aber auch hilfreich es direkt beim Erklären zu machen um einen Unterschied oder eine Verbindung zu verdeutlichen.


Geh am besten sparsam mit der Farbe um und hebe hervor was wirklich wichtig ist. Formen wirken meist besser wenn sie nicht komplett "ausgemalt" sind sondern die Farbe nur angedeutet ist.


Wenn ich mehr Farben zur Verfügung habe als das übliche Rot-Grün-Blau, dann achte ich darauf, dass die Farben einigermaßen zusammen passen. Entweder weil sie ähnlich sind oder komplementär.



Mein Ziel ist nie ein Kunstwerk...mein Ziel ist immer, dass es aussieht "als wäre es Absicht", so als wollte ich das genau so darstellen und nicht anders.


Viel Spaß beim ausprobieren im nächsten Training oder Meeting!


Wenn du auf dem laufenden sein willst was bei mir so passiert, welche neuen Projekte ich starte oder welche Trainings aktuell sind, dann trag dich gern in meine Update-Liste ein.



Hinweis:

Diese Tricks habe ich nicht entwickelt oder erfunden, sondern selbst mal beim Workshop "Pimp your Flip" von Heike Heeg* als Handwerkszeug mitbekommen.

Wer regelmäßig visualisieren muss oder möchte bekommt in so einem Workshop den passenden Input und vor allem die Gelegenheit mal unter Gleichgesinnten zu üben.

Es finden sich aber online und in Buchform auch gute Anleitungen und Inspirationsquellen zum Selbststudium.

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Franziska Blickle: 

Trainerin für Kommunikation, Leadership und Selbstmanagement, in Berlin daheim und europaweit unterwegs

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