• Franziska Blickle

10 Ideen für den Einsatz von Videos in virtuellen Formaten

Videos in Trainings und Workshopformaten? Ich bin großer Fan, wenn sie sorgfältig ausgewählt und an der richtigen Stelle für den richtigen Zweck eingesetzt werden.


Hier findest du 10 Ideen, wozu du in virtuellen Formaten Trainings nutzen kannst, inkl. Beispiele.


 

Übersicht

(Ein Klick führt dich direkt zum entsprechenden Abschnitt.)


1. Vorstellung vor dem Training

2. Video als Vorbereitungsaufgabe / Prework

3. Fachlichen Input gemeinsam ansehen

4. Fachlichen Input individuell ansehen

5. Video als Übung

6. Video um Details nachträglich zu ergänzen

7. Video zur Auflockerung

8. Video als Beispiel

9. Video als Einstieg ins Thema

10. Video als Abschluss-Statement zu einem Thema

 

1. Vorstellung vor dem Training


Ich nutze selbsterstellte Videos gern, um den Teilnehmenden schon vor dem Training einen Gruß zu schicken und ein paar Informationen über mich zu geben.


Meine Tipps dafür:


1. Halte es kurz und knapp, am besten unter zwei Minuten.


2. Gib die Videodauer an. (z.B. "Bitte nehmt euch auch einen Moment und seht euch mein Vorstellungsvideo an (es dauert 1:26 min)—> LINK)


3. Das Video per Mail zu senden, kann aufgrund der Dateigröße oft schwierig sein. Ich lade es bei Youtube hoch und teile es dort so, dass es nicht öffentlich, sondern nur über den Link abrufbar ist. Die Einstellung heißt "nicht gelistet".


4. Greife das Video irgendwann am Anfang nochmal kurz auf, z.B. indem du eine im Video gestellte Frage beantwortest oder ein gestelltes Rätsel auflöst.


5. Falls das Video eine kritische Information enthält (z.B. eine Vorbereitungsaufgabe oder etwas, was mitgebracht werden soll), kündige das explizit an oder wiederhole die Info in der schriftlichen Nachricht.


Hier ein Beispiel, dass ich für ein Führungskräfte-Training genutzt habe.

Ich erzähle drei FunFacts über mich, einer davon ist gelogen. Rate mal welcher!


 

2. Video als Vorbereitungsaufgabe / Prework


In manchen Fällen kann es super hilfreich sein, einen fachlichen Input schon vorab als Video zu verschicken und die Zeit im Workshop dann für die Anwendung zu nutzen.

Hier kannst du z.B. ein Modell oder eine Methode erklären. Im Workshop reicht dann eine kurze Wiederholung und ihr könnt euch direkt mit der Anwendung oder Fragen dazu beschäftigen.


Meine Tipps dafür:


1. Sei unbedingt deutlich damit, dass du im Workshop voraussetzt, dass alle das Video gesehen haben und ihr gleich damit weitermacht.


2. Frag dennoch im Workshop kurz ab, ob irgendjemand es nicht geschafft hat, damit du ggf. eine Mini-Zusammenfassung geben kannst oder bei der Gruppenzusammenstellung darauf Rücksicht nehmen kannst.


3. Ich nehme diese Input-Videos besonders gern mit Loom auf, da ich hier meinen Bildschirm und mich selbst gleichzeitig zeigen kann. Natürlich funktioniert aber auch eine Aufzeichnung über Zoom oder über Canva.


Hier ein Beispiel wie so ein mit Loom aufgezeichnetes Video aussehen kann:



4. Ich lade diese Videos entweder bei YouTube als "nicht gelistet" hoch oder stelle sie auf meiner Website im Gästebereich mit Passwortschutz bereit.

 

3. Fachlichen Input gemeinsam ansehen


Es gibt Menschen, die haben etwas einfach schon mal so auf den Punkt gebracht, dass ich mir den Versuch spare, das Ganze genauso gut zu erklären und sie im Workshop selbst zu Wort kommen lasse. Wir schauen uns also im Workshop gemeinsam eine kurze Videosequenz an.


Mein liebstes Beispiel: Simon Sinek, der in seinem legendären Ted Talk erklärt, warum es so einen großen Unterschied macht, ob ich nur Klarheit darüber habe, WAS ich tue oder auch, WARUM ich das tue.



Meine Tipps dafür:


1. Ich achte darauf, mit den Video-Inputs deutlich unter 10 Minuten zu bleiben und sage auch vorher an, wie lang das Video etwa dauern wird.


2. Bei längeren Videos (z.B. kompletten TedTalks) zeige ich nur einen sorgfältig ausgewählten Ausschnitt.


3. Für alle, bei denen das Video große Resonanz erzeugt und die es gern komplett sehen möchten, teile ich gemeinsam mit der Dokumentation den Link.


4. Im Idealfall hast du das Video als eigene Datei und kannst es von deinem Rechner aus zeigen. Falls du das Video auf einer Plattform (z.B. YouTube) zeigst, achte darauf, dass du schon zur richtigen Stelle gesprungen bist und keine Werbeunterbrechungen das Video stören.

 

4. Fachlichen Input individuell ansehen


Bei manchen Inhalten ist es sinnvoll, sich das Video nicht gemeinsam, sondern individuell anzusehen. Vielleicht ist es eine Aufgabe, die jede:r für sich in der (ausreichend langen) Mittagspause machen kann und dabei selbst entscheidet, wann es passt.


Auch hier kann das Video die Vorbereitung zu etwas sein. Dann gelten die gleichen Hinweise wie zu Punkt 2 „Video als Vorbereitungsaufgabe / Prework“.

Das Video könnte aber auch bereits besprochenes um einen neuen Aspekt ergänzen oder erweitern.



Meine Tipps dafür:


1. Gib den Teilnehmenden eine Fragestellung mit, wie z.B. "Stimmst du den Aussagen zu?" oder "Was an den Statements von XY findest du für eure Organisation nicht passend?"


2. Greif das Video nochmal kurz auf, z.B. indem du dich nach der Resonanz auf deine Fragestellung erkundigst.


3. Achte darauf, dass die Videolänge und die Unterbrechung in einem guten Verhältnis stehen.



"8 Regeln für völligen Stillstand" von Prof. Dr. Peter Kruse -

Dieses Video beispielsweise finde ich oft eine humorvolle Ergänzung, wenn es um Change Management in großen Organisationen geht.

 

5. Video als Übung


Gerade in virtuellen Settings kann ich einige Übungen nicht machen, die ich sonst gern nutze. Darum behelfe ich mir manchmal damit, den Teilnehmenden für eine kurze Video-Sequenz einen konkreten Beobachtungsauftrag zu geben.

Auch so entsteht eine Erfahrung, die wir dann im Debriefing besprechen können und es entsteht ein Lerneffekt.


Ein Beispiel ist dieses Video, bei dem es um selektive Wahrnehmung und Aufmerksamkeit geht:



Meine Tipps dafür:


1. Gib den Teilnehmenden einen passenden Beobachtungsauftrag. Der kann entweder sehr konkret sein oder ihr bittet sie alles zu notieren, was ihnen auffällt. Wichtig finde ich, dass klar ist, dass das jetzt nicht gemeinsames Popcorn-Kino wird, sondern danach mit dem Gesehenen gearbeitet wird.


2. Schau dir das Video unmittelbar vor dem Training selbst nochmal an, überlege, ob du es zwischendrin ggf. für eine Frage unterbrechen willst und notiere die Zeit.


3. Im Idealfall hast du das Video als eigene Datei und kannst es von deinem Rechner aus zeigen. Falls du das Video auf einer Plattform (z.B. YouTube) zeigst, achte darauf, dass du schon zur richtigen Stelle gesprungen bist und keine Werbeunterbrechungen das Video stören.


 

6. Um Details nachträglich zu ergänzen


Manchmal kommen in Trainings oder Workshops Fragestellungen auf, die den zeitlichen Rahmen sprengen, aber für die Teilnehmenden wichtig sind.

Ich behelfe mir oft damit, dass ich im Nachgang zum Training dann einen kleinen Impuls dazu aufzeichne (z.B. in Loom). Einige meiner Tutorials zu MURAL Funktionen sind z.B. so entstanden.


Meine Tipps dafür:


1. Kein Perfektionismus bitte! Es ist in dem Fall wichtiger, dass du die Information schnell hinterherschickst und nicht, dass sie perfekt in Szene gesetzt und mit Musik unterlegt ist.


2. Ich zeichne in der Regel mit Loom auf. Dort kann ich z.B. eine passende Grafik zeigen und gleichzeitig mich beim Sprechen aufnehmen. Außerdem kann ich das Video direkt dort auf der Plattform anschauen lassen. Das funktioniert natürlich bei einem Premium Account auch mit Zoom.


Einen Eindruck wie das auf Loom für die Teilnehmenden aussieht, bekommst du hier:

 

7. Zur Auflockerung


Manchmal nutze ich Videos auch einfach, um einen kleinen Medien-Wechsel zu schaffen. Input, Gruppenübung, Erklärung, Selbstreflexion - da kann ein Video zum Thema eine Ergänzung und Auflockerung sein, die ich selbst durch einen weiteren Input nicht schaffe.


Ein gutes Beispiel ist für mich dieses Video, das Leadership mal aus einem anderen Blickwinkel und mit viel Augenzwinkern beleuchtet.



Meine Tipps dafür:


1. Entscheide bewusst, ob es zu dem Video ein Debriefing geben soll, ihr euch also darüber austauscht, oder ob es, z.B. vor der Pause, einfach so stehen bleiben kann.


2. Sorge für gute Ton- und Bildqualität (das gilt natürlich auch für alle anderen Anwendungsfälle)


3. Manchmal macht es Sinn einen kurzen Teaser zu geben, was im Video Thema sein wird, in anderen Fällen lasse ich es lieber als Überraschung laufen. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch, aber mach es mit Absicht.

 

8. Als Beispiel


Es gibt Dinge, die zeige ich gern im Video als Beispiel, weil sie sich erst in der Zukunft wieder unmittelbar beobachten lassen und nicht schon in unserem Workshop.


Mein Beispiel hier ist eine Filmszene, die unterschiedliche Führungsstile im direkten Vergleich zeigt. Das können die Teilnehmenden natürlich auch in ihrem Alltag sehen, aber eben nicht so unmittelbar, wie wenn wir jetzt direkt gemeinsam das Beispiel sehen und auswerten können.



Meine Tipps dafür:


1. Achte darauf, dass das Beispiel wirklich geeignet ist, um zu demonstrieren, was du zeigen möchtest.


2. Viele Filmszenen eigenen sich als Beispiele für bestimmte Learnings. Sollte dir beim Anschauen so eine Szene begegnen, schreib sie dir unbedingt auf, damit du sie wieder finden kannst. Auf Youtube habe ich für solche Filmschnipsel eine eigene Merkliste angefangen.


3. Überleg ganz genau wo du einsteigen willst und wann du die Szene wieder beendest. Im Idealfall hast du ein Video in genau dieser Länge vorbereitet.


 

9. Als Einstieg ins Thema


Oft möchte ich für ein Thema eine gemeinsame Wissensbasis schaffen, die eher zusammenfasst, was die meisten schon wissen und gemeinsame Begrifflichkeiten etabliert.

Für so etwas finde ich kurze Videos sehr geeignet, weil sie meist schon mit den passenden Visualisierungen erstellt sind und die Themen gut auf den Punkt bringen ohne, dass ich sehr viel Erstellungsaufwand habe.


Ein Beispiel ist für mich dieses Erklärvideo zum „Unconscious Bias“, das ich manchmal als Einstieg in das Thema Diversity nutze.



Meine Tipps dafür:


1. Achte darauf, dass das Video wirklich kurz und knackig ist. Ich finde videos von 2-3 Minuten ideal, 5 Minuten wäre für mich die Obergrenze.


2. Schau dir das Video unbedingt selbst an, damit du genau weißt, was erklärt und benannt wird und was du ggf. noch ergänzen oder in Kontext setzen musst.


3. Bei der Suche habe ich meist Erfolg, wenn ich das Stichwort in Verbindung mit "Erklärung" oder "Kurzvideo" eingebe. Oder du sucht direkt nach "Was ist XY?".


4. überleg dir genau womit es danach in deinem Workshop weitergehen soll. Da ein Video immer eine sog. „passive Sequenz“ ist, sollte im Idealfall darauf etwas folgen, bei dem alle wieder aktiv sind.

 

10. Als Abschluss-Statement zu einem Thema


Bei manchen Themen möchte ich gar nicht so rational enden, sondern eher mit einem Gefühl bei den Teilnehmenden. Auch dafür finde ich Videos oft geeigneter als eine pathetische Ansprache von mir.


Meine beiden Lieblingsbeispiele sind diese Videos.

Das erste eignet sich sehr gut als Abschluss für alle Themen rund um Diversity, Vielfalt, (interkulturelle) Unterschiede in Teams etc.



Das zweite Video finde ich immer einen tollen Abschluss, wenn es um Herausforderungen geht, den Mut etwas neues zu machen, neue Herausforderungen, Changemanagement etc. Es versetzt in Aufbruchstimmung, finde ich!


Meine Tipps dafür:


1. Achte darauf, dass das Video wirklich das letzte ist, was ihr zu dem Thema macht und vorher alle Fragen etc. geklärt sind.


2. Achte in der Anmoderation darauf, nicht zu viel vorweg zu nehmen. Ich sage meist nur, dass das für mich der Abschluss ist, weil ich das Video so passend finde und lasse aber alles andere als Überraschung.

 

Mehr Ideen und Tipps für virtuelle Workshopformate findest du hier:

↓↓↓

https://www.franziska-blickle.com/blog/categories/virtual-facilitation

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