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  • Franziska Blickle

33 Fakten, Tipps und Tricks rund ums Flipchart

Aktualisiert: März 13

Es gibt Dinge die lernt man so ganz nebenbei. Als Trainer*in sind das unter anderem allerlei nützliche und interessante Dinge rund um das Flipchart. Ich habe zu meinem eigenen Vergnügen eine kleine Sammlung gepflegt, die ich hier mit euch teile.

Hochinteressant oder unnützes Wissen?

Bei diesen Fakten darf das jede*r selbst entscheiden!


1. Der, die oder das Flipchart - der Duden erlaubt alle drei Artikel.


2. Flipchart heißt wörtlich übersetzt “Umblätter-Diagramm”. Die deutsche Bezeichnung wäre Tafelschreibblock, aber wenn wir ehrlich sind benutzt das kein Mensch, oder?


3. Ein Flipchart-Block hat meist das Standard-Format B1. Das entspricht 100 x 70 cm.


4. Flipchart-Blöcke haben standardisiert 20 Blatt.


5. Als Erfinder des Flipchart gilt John Henry Patterson (https://de.wikipedia.org/wiki/Flipchart). Er verwendete es ab ca. 1900 für die Vertriebsunterstützung.

Jetzt wird es nützlich!

Viele Tipps habe ich bekommen und bin jedesmal dankbar.


6. Dreh karierte oder linierte Flipchartblöcke mit der bedruckten Seite nach hinten. Die Linien schimmern so noch durch und geben Dir Orientierung, für die Betrachter sieht das Blatt aber unliniert und somit viel klarer aus.

Zum Vergleich die karierte Vorderseite und die durchschimmernden Linien des umgedrehten Blocks

7. Für Flipcharts gibt es extra große Lochverstärker die in keinem Moderationskoffer fehlen sollten.


8. Für die Aufbewahrung von Flipchartblöcken eignen sich gut Hosen-/Rockbügel mit Klammern.


9. Roll den Flipchartblock immer mit der Schrift nach außen auf, so rollt er sich beim wieder aufhängen nach innen ein. Das sieht besser aus als die Welle nach außen und er hängt sich schneller von selbst aus.


10. Für den Transport von Flipchartblöcken oder einzelnen Blättern gibt es Köcher in verschiedenen Ausführungen, Größenverstellbar und unbedingt mit Trageriemen im Künstler- oder Bürobedarf.


11. Wenn keine Transportröhre zur Hand ist am besten die Blätter gut zusammenrollen (Schrift nach außen - siehe Tipp 9) und noch ein Blatt drum herum wickeln. Das schützt die Blätter vor Schmutz und die Kleidung z.B. vor farbiger Kreide vom Flipchart.


12. Mach dir Gedanken über die Farbwahl.


Nicht ganz so schön:

  • · Flipcharts in schwarz-weiß

  • · Flipcharts bei denen die Farbgebung nach dem „welchen Stift ich zuerst greifen kann“-System passiert oder

  • · Flipcharts, die in viel zu vielen verschiedenen Farben erstrahlen

Viel Schöner und professioneller:

  • · Flipcharts mit schwarzer Schrift und farbigen Akzenten

  • · Farben aus einer Farbfamilie (z.B. Neon, Beerentöne, Erdfarben)

  • · 2-4 verschiedene Farben

  • · Klare Botschaft der Farben (z.B. ROT für die Nachteile und GRÜN für die Vorteile)


Schwarze Schrift und farbige Akzente

13. Besonders gut am Flipchart lesbar ist die sogenannte Moderationsschrift. Sie zeichnet sich durch kurze Ober- und Unterlängen aus und verzichtet auf jede Art Schnörkel. Es lohnt sich die Schrift zu üben, denn nach und nach ist sie dann wirklich flott zu erstellen und gut zu lesen. Hier gibt es eine gute Anleitung und auch ein Übungsblatt zum Download.


14. Gib jedem Blatt eine Überschrift. Das schafft Klarheit im Workshop und später im Fotoprotokoll.


15. Rahmen werten jedes Flipchart-Blatt optisch auf. Du kannst es ganz einfach und puristisch halten (z.B. oben und unten eine Linie, ein einfacher schwarzer Rahmen außen herum, ein einfacher Rahmen mit farbiger Kreide) oder dich künstlerisch verausgaben (z.B. Bilderrahmen, Schatteneffekte, Thematisch passende Formen etc.)


16. Falls es in einem Raum keinen Flipchart-Ständer gibt kannst du elektrostatisches Flipchartpapier nutzen. Diese haftet auf allen glatten Oberflächen und lässt sich mit den entsprechenden Stiften auch wie ein Whiteboard immer wieder reinigen.


17. Wenn der Flipchart-Block mal keine (gute) Perforation hat kannst du eine Pinnadel zwischen Daumen und zeigefinger nehmen und mit der Nadel kräftig am oberen Rand entlang fahren. Du erzeugst quasi selbst die Perforation und das Blatt lässt sich sauber abtrennen.


18. Wenn du ein aufwändigeres Layout planst kannst Du mit Bleistift vor-skizzieren. Das ist aus dem Publikum gar nicht zu sehen, gibt dir aber Sicherheit und hilft Proportionen einzuhalten sowie den Platz gut zu nutzen.


19. Wenn du im unteren Bereich des Flipcharts schreibst, geh in die Hocke, knie dich hin oder hole dir einen Stuhl. Das wirkt wesentlich souveräner als sich vorzubeugen.


20. Ein anderer Trick, um Bilder oder Grafiken im Workshop auf dem leeren Blatt zu entwickeln und sie trotzdem gut aussehen zu lassen ist folgende: Häng ein anderes Flipchart mit der Vorlage (z.B. ein Baum, ein Weg, ein Diagramm etc.) hinter das leere Blatt. Für Dich sind die Linien sichtbar und Du kannst sie durchpausen.


21. Ich nutze das Flipchart auch gern als Pinnwand. Dazu gibt es drei Möglichkeiten

  • Sprüh das Papier großzügig mit Sprühkleber ein. Jedes Papier haftet nun, kann aber auch wieder abgezogen und neu positioniert werden.

  • Lass die Teilnehmer*innen auf Postits oder selbsthaftende Moderationskarten schreiben

  • Nutze elektrostatisch haftende Moderationskarten. Diese eigenen sich besonders gut, wenn die Karten immer wieder neu positioniert oder zu einem anderen Termin wieder genutzt werden sollen.

22. Mit Bleistift kannst du in die Flipchart-Ecke einen kleinen Spickzettel für Begriffe oder die Grafik notieren. Das hilft Dir und ist aus dem Publikum nicht zu sehen.


23. Eine andere Möglichkeit Flipcharts (vor allem besonders schön gestaltete) mehrfach zu nutzen ist eine elektrostatisch haftende transparente Folie. Sie wird über das Flipchart gelegt, mit Whiteboard-Stiften beschrieben und kann danach einfach wieder sauber gewischt werden.

Oft aus der Not geboren:

Auf diese Tricks bin ich selbst gekommen.


24. Tipp-Ex für Flipcharts: ich habe immer weiße Karteikarten und einen Klebestift dabei. Sozusagen Tipp-Ex für grobe Fehler, die nicht im Fotoprotokoll verewigt werden sollen.


25. Wenn ein Flipchart beim Umblättern einreißt, kann man einen Klebestreifen oder auch einen Klebezettel von hinten dagegen-kleben. Es steht nichts ab und reißt nicht weiter ein.


26. Ich nutze farbige Klebezettel auch als Markierung meiner Flipcharts, wenn ich schon etwas vorbereitet habe und als nächstes genau dort hinblättern will. Das wirkt sehr viel souveräner als erstmal blättern und suchen zu müssen.


27. Falls dir das Blatt eingerissen ist und du keinen Lochverstärker hast kannst Du bei den meisten Flipcharts die Aufhängung so verschieben, dass Du das benachbarte Loch nutzen kannst.


28. Für Themen und Modelle, die ich immer wieder nutze habe ich eine Sammel-Mappe in denen ich meine selbsthaftenden Moderations-Karten oder SlickyNotes (elektrostatisch haftende Karten) aufbewahre. So kann ich z.B. schnell allen die „Prinzipien des Gelingens“ wieder in Erinnerung rufen etc.


29. Nimm dir nach dem Training die Zeit die Flipcharts schon in die richtige Reihenfolge für das nächste Mal zu bringen. Das spart dir in der Vorbereitung beim nächsten Mal Zeit.


30. Es gibt praktische Flipchart-Halterungen für die Türe, an denen sich zu Hause oder im Büro Flipcharts aufbewahren oder vorbereiten lassen. Meine Türe in der schönen Altbau-Wohnung ist leider zu breit für die Halterungen. Ich habe mir darum aus einem Draht-Kleiderbügel selbst eine Aufhängung gebastelt.


31. Ich entwerfe meine Flipcharts vorab als grobe Skizze. Das hat für mich gleich mehrere Vorteile:

  • Ich habe einen Überblick für die Vorbereitung: welche Flipcharts kann ich schon vor Trainingsbeginn erstellen, welche entwickle ich im laufenden Programm und welche erstelle ich später in den Pausen?

  • Ich habe einen Überblick darüber ob ich noch andere Materialien, wie z.B. vorbereitete Klebekarten, brauche und kann diese vorbereiten.

  • Ich muss keine Zeit und Energie mehr auf die Gestaltung verwenden sondernübernehme einfach was ich schon entworfen habe.

  • Ich habe so zusätzlich zu meinem Trainerleitfaden eine grobe bebilderte Übersicht, was als Nächstes kommen wird. Das hilft mir vor allem, wenn ich meine Planung mal umstellen möchte.

➽ Wenn Du das selbst mal ausprobieren möchtest kannst Du dir hier meine kostenlose Vorlage herunterladen.


32. Wenn du auch ungeplant souverän zum Stift greifen möchtest, findest du hier 5 Tipps für das spontane Visualisieren an Flipchart oder Whiteboard.


33. Wie das Flipchartprotokoll nach dem Training schnell und einfach gehen kann erkläre ich hier: Flipchartprotokolle erstellen - schnell & einfach

Viel Spaß und erfolg beim Ausprobieren!